wie die kunst mich wieder leben lehrte. chris@Kunst Wahn Sinn in Dresden

“Ich fühle mich leer, will nichts mehr machen. Keine Freude. Keine Gefühle. Ich bin unter Menschen und doch seltsam isoliert. Der Tag ist grau und  es fühlt sich an, als läge in dumpfer Schleier darüber. Ich kann nicht schlafen und grübele jeden Tag. Das Gefühl am Morgen erholt und voller Energie zu sein, kenne ich schon lange nicht mehr, sogar mein Lieblingsessen schmeckt eintönig und fade. Über meine Probleme sprechen fällt mir schwer. Manchmal fühle ich mich, als würde ich in einem Käfig sitzen und ich kann einfach nicht heraus.”

Diese Empfindungen und Gefühle haben viele Menschen. Die meisten wissen nicht, was dies bedeutet oder es bedeuten kann. Psychische Erkrankungen entwickeln sich europaweit zur größten gesundheitspolitischen Herausforderung in diesem Jahrhundert. Eine Studie zeigt: pro Jahr leiden 38% aller Europäer unter klinisch bedeutsamen psychischen Krankheiten (vgl WITTCHEN et al. 2011)

38% Prozent, diese Zahl ist Wahnsinn und einer von Ihnen ist chris_modeverliebt. chris, den ihr hier vom Blog als Fotografen, Kommentator und Gelegenheitsautor kennt, hatte diese Gefühle und konnte lange nichts damit anfangen. Ihm ging es schlecht. So schlecht, dass er sich behandeln ließ und merkte, er hatte mit Depressionen zu kämpfen. Depresssionen sind leider immer noch ein Tabuthema und man wird schnell von der Gesellschaft als krank oder gestört abgestempelt. Die  Realität sieht jedoch anders aus und die Zahlen bestätigen eine erschreckende Entwicklung.

chris geht es heute wieder gut, denn er hat durch Therapie gelernt, wie man mit Depressionen und Gefühlsschwankungen umgeht. Seine Therapie hat er in Kunst verarbeitet und gemeinsam mit anderen beschlossen, diese Werke in einer Ausstellung zu veröffentlichen. Die Ausstellung Kunst Wahn Sinn – wie die kunst mich wieder leben lehrte zeigt eindrucksvoll und schonungslos ehrlich und emotional, was psychisch Kranke erleben und fühlen.

Initiator der Ausstellung Kunst Wahn Sinn ist die Dresdner Selbsthilfegruppe DIE WÖLFE sowie der Förderverein Schloss Übigau für Kunst und Kultur. Diese beiden haben es geschafft, 250 Werke von verschiedenen Künstlern aus diversen Kunst- und Selbsthilfegruppen in dieser Austellung zu vereinen. Bildhauerei, Malerei, Fotografie sowie Videoinstallationen werden im Schloss Übigau auf 3 Etagen noch bis zum 07. Oktober 2012 gezeigt. Die Ausstellung soll informieren und auf das Thema aufmerksam machen. Depressionen oder psychische Erkrankungen sieht man den Menschen sehr oft nicht an. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind Menschen wie du oder ich. Menschen wie chris.

Ich habe die Ausstellung gesehen und kann nur sagen: ich bin beeindruckt von der mutigen Herangehensweise, mit der chris und alle anderen Betroffenen diese Ausstellung initiiert haben. Emotional bewegend und erschreckend ehrlich bekommt man einen Einblick, was es bedeuten kann, psychisch krank zu sein. @chris: Danke für Deinen Mut und deine Ehrlichkeit, dies auch hier zu thematisieren und nicht zu schweigen.

 Fakten zur Ausstellung:

 KUNST WAHN SINN – wie die Kunst mich wieder leben lehrte

 22. September – 07. Oktober 2012 

Schloss Übigau in Dresden (Rethelstraße 47)

KUNST WAHN SINN Website und KUNST WAHN SINN auf Facebook.

Von chris könnt ihr in dieser Ausstellung zwei fotografische Werke und eine Videoinstallation sehen. Ein Interview mit chris über die Ausstellung gibt es bei Dresdeneins.tv .

angie

Anmerkung vom 01.10.2012

Der mdr hat mit u.a. mit chris ein Interview über die Ausstellung geführt, schaut es euch an, es lohnt sich.

 

Skulpturen zum Thema: Burn Out

Foto: chris

Ausschnitt: Videoinstallation MORE von chris

ein Teil des letzten Raumes, der sehr positiv ist

 chris

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